Was versteht man unter Logistik?

In der Logistik dreht sich alles um die Nutzung und Kontrolle von Waren- und Informationsflüssen. Dabei besteht die Hauptaufgabe der Logistik darin, die Wertschöpfungskette zu planen, zu koordinieren und zu steuern, um so die Durchführung der notwendigen Prozesse möglichst effizient zu gestalten.

Jeder Abschnitt der Wertschöpfungskette bringt neue logistische Aktivitäten mit sich. Daher kann auch die Logistik in verschiedene Teilbereiche geteilt werden. Diese orientieren sich begrifflich zu besseren Übersicht an den jeweiligen Prozessschritten. Dazu zählen: Beschaffungslogistik,  Produktionslogistik, Distributionslogistik und Entsorgungslogistik. Die ersten drei Bereiche bilden eine Logistikkette von der Rohstoffbeschaffung bis hin zum Versand der Ware. Die Entsorgungslogistik ist jedoch ein kontinuierlicher Prozess entlang der gesamten Kette, der für die Abfälle, die in den übrigen Logistikbereichen anfallen, wichtig ist.

Ziele der Logistik

Die Ziele der Logistik sind vielfältig. Unter anderem muss sichergestellt werden, dass Materialien, Güter, Personen und Informationen richtig beschafft, transportiert, gelagert, bereitgestellt und verteilt werden. Außerdem sollen alle Prozesse stetig optimiert, gesteuert und kontrolliert werden, sowie die Kosten so weit wie möglich gesenkt werden. Als Zusammenfassung der Ziele der Logistik hat sich die Seven-Rights-Definition durchgesetzt, wonach die Logistik sicherstellt, dass 

  • das richtige Gut
  • in der richtigen Menge
  • im richtigen Zustand
  • am richtigen Ort
  • zur richtigen Zeit 
  • für den richtigen Kunden
  • zu den richtigen Kosten 

zur Verfügung steht.

Teilgebiete der Logistik

Beschaffungslogistik

Die Beschaffungslogistik verknüpft die Distributionslogistik der eigenen Lieferanten mit der unternehmensinternen Produktionslogistik. Sie beschäftigt sich mit dem Einkauf der Rohstoffe und Materialien sowie der Wahl des passenden Lieferanten, der Bestellung, dem Transport und der ersten Lagerung. Außerdem fällt ebenso die Qualitätsprüfung dieser Materialien und die Überwachung der Pünktlichkeit aller Lieferanten und Dienstleister in den Zuständigkeitsbereich eines Beschaffungslogistikers. Damit die Produktion reibungslos starten kann, sorgt die Beschaffungslogistik ebenfalls für die Bereitstellung der Güter.

Produktionslogistik

Die Produktionslogistik folgt auf die Beschaffungslogistik und liegt vor der Distributionslogistik. Hauptaugenmerk liegt auf der Kontrolle und Optimierung der Transportwege und Produktion. Sie stellt sicher, dass Materialien reibungslos vom Rohmateriallager bis ins Fertigwarenlager fließen. Das umfasst die Planung, Steuerung und Durchführung des Transportes und die Lagerung aller Materialien, Rohstoffe, Hilfsstoffe und Ersatzteile. Ebenso inbegriffen ist das Senken der Herstellungs- und Lagerkosten und die damit verbundene Kalkulation des Warenangebots sowie die Reduzierung von Beständen.

Distributionslogistik

Im nächsten Schritt der Logistikkette, werden die Waren oder Informationen versandt bzw. übermittelt. Hier kommt die Distributionslogistik, oder auch Vertriebs- bzw. Absatzlogisitk genannt, ins Spiel. Die Distributionslogistik kümmert sich darum, dass alle Fertigwaren schadenfrei und pünktlich beim Empfänger ankommen und umfasst alle Lager-, Umschlag-, und Transportprozesse zwischen Fertigstellung und Endabnahme. Außerdem spielen auch die Reduzierung der Verpackungsmenge und die Optimierung des Lieferservice eine wichtige Rolle.

Entsorgungslogistik

Die Entsorgungslogistik ist ein fortlaufender Prozess entlang der gesamten Wertschöpfungskette, da immer wieder Verpackungsmaterial oder andere Überreste anfallen. Sie grenzt sich von den anderen Teilbereichen dahingehend ab, dass keine produzierten Warenn transportiert werden, sondern Überreste aller Art, die während des Produktionsprozesses anfallen. Diese müssen sachgemäß und effizient entsorgt bzw. recycelt werden. Vorher werden diese durch die Entsorgungslogistik gesammelt, gelagert, sortiert und verpackt. Die Entsorgungslogistik beschäftigt sich anschließend mit den Fragen, wie die Abfälle transportiert und wie Kosten sowie Emissionen reduziert werden können. Eine ökologische Entsorgung steht dabei im Vordergrund mit dem Ziel, dass Abfälle nach dem Recycling wieder eingesetzt werden können.

Abgrenzung zum Fulfillment

Zusammengefasst versteht man unter Logistik die Planung, Organisation, Steuerung und Abwicklung von Material- und Warenflüssen sowie den damit einhergehenden Informationsflüssen. Als Ziel steht dabei immer eine hochwertige Leistung, Qualität und Senkung der Kosten.

Das Fulfillment hingegen befasst sich mit allen Aktivitäten, die nach Vertragsabschluss anfallen, um die Belieferung des Kunden sicherzustellen und alle weiteren vertraglichen Pflichten zu erfüllen. Folgende Begriffe muss man im Fulfillment unterscheiden Order Fulfillment, Service Fulfillment und Omnichannel Fulfillment. Erfahren Sie hier mehr.

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