IT-Architektur der Zukunft: So gelingt die digitale Transformation im Handel

Tim Dauer
VP Technology
Einleitung
Die Digitalisierung im Handel ist längst kein Trend mehr, sondern eine Überlebensstrategie. Kund:innen erwarten heute ein nahtloses Einkaufserlebnis – egal ob im Online-Shop, auf Social Media oder im stationären Geschäft. Für Händler bedeutet das: Sie müssen komplexe Prozesse effizient steuern und gleichzeitig flexibel auf Marktveränderungen reagieren. Die Lösung? Eine moderne, modulare IT-Architektur, die Innovationen wie KI und Low Code integriert und so die Basis für zukunftssichere Commerce-Prozesse schafft.
Modularität statt Monolith
Viele Unternehmen sind durch Software-Komplettlösungen stark abhängig:
- Schnittstellen werden von Herstellern kontrolliert und sind nicht außerhalb der Lösung nutzbar
- Erweiterungen sind teuer und schnell überholt
- Wechsel der Lösung ist nahezu unmöglich, da viele geschäftskritischen Prozesse betroffen sind
Die Antwort: Composable Architecture. Sie erlaubt die Kombination spezialisierter Software-Komponenten über offene Schnittstellen. So entsteht eine maßgeschneiderte Lösung, die sich schnell an neue Anforderungen anpassen lässt.
Unser Order Management System (OMS) kann problemlos in die bestehende Architektur eines Händlers integriert werden. Es kann mit beliebig vielen Warehouse Management Systemen, Commercial Channels, Enterprise Resource Planning Systemen und vielen weiteren relevanten Systemen verbunden werden und ergänzt so die individuelle, selbst zusammengestellte Architektur eines Händlers.
API-First und vorgefertigte Konnektoren für eine stabile IT-Architektur
APIs sind das Rückgrat moderner IT-Systeme. Sie ermöglichen die einfache Integration neuer Tools und Systeme – ohne aufwendige Replatforming-Projekte. Vorbereitete Konnektoren und Workflow-Automatisierung beschleunigen die Umsetzung zusätzlich.
Low Code: Agilität für Fachabteilungen
Markttrends ändern sich rasant. Low-Code-Plattformen geben Fachabteilungen die Möglichkeit, Prozesse selbst anzupassen – ohne lange IT-Zyklen.
Der entscheidende Vorteil: Flexibilität und Anpassungsfähigkeit.
- Änderungen am Markt lassen sich schneller umsetzen, weil Fachabteilungen selbst handeln können.
- Intuitive Oberflächen und zunehmend KI-gestützte Automatisierung erleichtern die Anpassung.
Nicht nur Prozesslogiken, sondern auch Benutzeroberflächen können flexibel auf die Bedürfnisse von Unternehmen, Teams oder sogar einzelnen Anwendern zugeschnitten werden.
KI und MCP: Die nächste Evolutionsstufe der IT-Architektur
Künstliche Intelligenz revolutioniert den Handel – von Automatisierung bis Personalisierung. Doch die Integration ist komplex. Hier kommt das Model Context Protocol (MCP) ins Spiel: ein Open-Source-Standard, der KI-Anwendungen wie ChatGPT nahtlos mit Datenquellen und Systemen verbindet. MCP ist der „USB-C-Anschluss“ für KI im Handel und macht intelligente Automatisierung skalierbar. Er ermöglicht es, alle Systeme einheitlich und maschinenlesbar für KI-Anwendungen verfügbar zu machen. Das bedeutet:
- Schnellere Integration neuer KI-Services ohne individuelle Schnittstellenentwicklung.
- Flexibilität bei der Nutzung von Agenten, die direkt auf APIs oder MCP-Services zugreifen.
- Skalierbarkeit: Einmal implementiert, können neue Tools und Datenquellen einfach angebunden werden.
In unserem Ansatz stellen wir einen MCP-Service bereit, der die Fähigkeiten von fulfillmenttools für KI-Agenten verfügbar macht. Dieser MCP-Service fungiert als intelligente Zwischenschicht: Er nimmt komplexe Anfragen entgegen und übersetzt sie in eine Reihe von API-Requests an unsere Systeme. Der Agent muss dabei die Details der API nicht kennen – er kommuniziert ausschließlich mit dem MCP-Service. Damit schaffen wir eine Architektur, die KI-gestützte Automatisierung im Handel nicht nur möglich, sondern skalierbar und effizient macht.
Fazit: IT-Architektur der Zukunft
Eine modulare IT-Architektur ist der Schlüssel für langfristige Wettbewerbsfähigkeit im Handel. Sie ermöglicht Flexibilität, schnelle Anpassungen und die Integration innovativer Technologien wie KI und Low Code. Händler, die heute auf Composable Systeme setzen, schaffen die Basis für effiziente Prozesse, ein herausragendes Kundenerlebnis und nachhaltiges Wachstum. Mit KI und Low Code wird die IT nicht nur zum Enabler, sondern zum strategischen Motor für die digitale Transformation.
FAQ´s
Composable IT-Architektur beschreibt einen modularen Ansatz, bei dem Händler ihre Systemlandschaft aus flexiblen, unabhängigen Komponenten zusammenstellen. So können sie schnell auf Marktveränderungen reagieren und innovative Technologien wie KI oder Low Code integrieren.
API-First ermöglicht eine einfache und schnelle Integration neuer Systeme in bestehende IT-Landschaften. Händler profitieren von einer robusten, skalierbaren Architektur, die sich ohne aufwendige Replatforming-Projekte erweitern lässt.
Low-Code-Plattformen geben Fachabteilungen die Möglichkeit, Prozesse selbst anzupassen – ohne lange IT-Zyklen. Das steigert die Agilität und reduziert die Abhängigkeit von IT-Ressourcen, was besonders für Händler mit komplexen Prozessen entscheidend ist.
KI optimiert Prozesse wie Bestellrouting, Personalisierung und Automatisierung. Mit Standards wie dem Model Context Protocol (MCP) können Händler KI-Anwendungen nahtlos in ihre Systemlandschaft integrieren und so Effizienz und Kundenerlebnis verbessern.
